Die „schlechten“ und die „guten“ Gefühle

Der Sinn der Benzinanzeige ist es, anzuzeigen, wie voll oder leer der Tank ist. Und nicht, immer voll anzuzeigen, um mir das Tanken zu ersparen. Wer möchte schon eine Benzinanzeige, die immer voll anzeigt, auch dann wenn der Tank bald leer ist?

Die Unterteilung in gute und schlechte Gefühle hängt von der Perspektive ab, mit der wir den Sinn unserer Befindlichkeit betrachten. Eine volle Tankanzeige ist ein „gutes“ Gefühl, und eine Tankanzeige, die langsam anzeigt, dass der Tank bald leer ist, scheint ein „schlechtes“ Gefühl zu sein.

Bei den Gefühlen ist Freude das „grüne“ Lämpchen. Alles geht gut. Ich glaube, da sind sich die meisten einig. Die häufigsten „roten“ Lämpchen, also „schlechte“ Gefühle, sind vermutlich Angst, Ohnmacht, Einsamkeit, Trauer…

Ich glaube, dass es völlig normal ist, gerne immer im grünen Bereich zu sein. Mir jedenfalls geht es toll, wenn alle Lämpchen auf grün sind. Dann finde ich, dass ich ein Glückspilz bin.

Unglaublich ist ja eigentlich, dass, wenn alle Lämpchen grün sind und ich nichts an meinem Umfeld ändere, diese Anzeigen ohne mein Zutun, langsam ins Rot wechseln würden. Obwohl sich nichts verändert hat. Wir gewöhnen uns langsam an den Zustand. Der Körper, die Psyche, die Seele mögen wohl Bewegung. Bewegung heisst lebendig sein. Und lebendig sein birgt die Risiken von rötlichen Lämpchen.

Unsere Gefühle sind eine ausgeklügelte Anzeige, wie es uns geht. Es macht mich nicht glücklich, wenn ich rot sehe. Aber ich bin unglaublich froh, dass ich es sehe.

Die „schlechten“ Gefühle retten mein Glück. Sie sind da, um mir das schönste Leben zu ermöglichen.

Darüber bin ich sehr dankbar.

Herzlich, François

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