Aggression ist kein Gefühl. Aggression ist eine Kraft!

(…die wir nur allzu gut destruktiv kennengelernt haben.)

Wir können nicht mit Aggression umgehen lernen, wenn wir ihr, und somit uns selbst, mit Widerstand begegnen. Wir können nicht ein Kind (oder unsere Aggressionen) lieben lernen, indem wir es wegstossen. Wir müssen es annehmen wie es ist, unterstützen und lenken.

Damit meine ich nicht, dass wir unserer Aggression freien Lauf lassen sollen. Ich meine nicht, wenn wir kurz davor sind, unser Kind anzuschreien oder zu beschimpfen, sollen wir es tun. Da war vor der Aggression schon etwas da, dass in uns diese aggressive Kraft ausgelöst hat. Wenn wir in einer Situation das erste Mal denken „so jetzt hab ich dann bald die Nase voll, du Rotzlöffel“ und wir nicht wissen, wie wir mit unseren Emotionen umgehen sollen, unsere Gefühle nicht ernst nehmen und hoffen, wir könnten sie unterdrücken, da bauen wir unseren ersten Widerstand auf. Es ist ein Widerstand gegen „was ist“ und „was ist“ lässt sich nicht ignorieren. Die Aggression hilft uns, uns für uns selbst einzusetzen. Sie wirkt sich destruktiv aus, wenn wir zu lange warten. Ich glaube, ich kenne niemanden, der das nicht schon selbst erlebt hat.

Bei „so jetzt hab ich dann die Nase voll“ geht es darum, wovon habe ich sie voll? Was ist da für ein Gefühl? Bin ich wirklich wütend oder bin ich vielleicht traurig oder einfach macht- oder hilflos? Was habe ich für ein Bedürfnis, z.B. nach Ruhe, nach Entspannung, nach Freiraum, nach mir selbst, wonach? Muss mein Kind mich in Ruhe lassen, weil ich mir die Ruhe selbst nicht nehme, mich nicht durchsetze?

Aggression ist eine Kraft, um für sich einzustehen. Zuerst im Innen, zu sich selbst. Dann erst im Aussen. So können wir sie konstruktiv nützen, ohne Grenzübertretungen bei unserem Gegenüber.

Aggression muss nicht gezügelt werden. Aggression muss gelenkt werden. Dann können wir mir ihr arbeiten. So lernen wir unser (Inneres) Kind lieben und uns selbst.

Versuchen Sie es, die Aggression für sich zu nutzen und ganz bestimmt, für sich einzustehen.

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Ich liebe dich! Und mich…?

Wann haben Sie sich das letzte Mal „ich liebe mich“ gesagt? Sagen Sie es sich einmal. Vielleicht gerade jetzt. Einfach um zu lauschen wie die Worte überhaupt tönen. Und wenn Sie es, vor sich hersagen, vielleicht ganz leise, merken Sie, dass gerade in dem Moment, in dem Sie es sagen sich etwas verändert. Es ist, als hätten Sie sich selbst berührt. Nicht physisch, sondern emotional, geistig, seelisch. Und dann stellt sich irgendwie Freude ein. Es fühlt sich gut an, sich „ich liebe mich“ zu sagen. Es ist Balsam für die Seele. „Endlich jemand, der mich so liebt wie ich bin“, vielleicht? Ja, wenn, dann wären wir selbst diese Person, die sich bedingungslos lieben kann.

Selbstliebe ist etwas sehr Berührendes und Liebevolles. Es spendet Geborgenheit, Wärme, vielleicht sogar Schutz. Wir verbinden uns wieder mit unserem Ursprung.

Versuchen Sie es einfach einmal und geniessen Sie es. Immer wieder.

Die „schlechten“ und die „guten“ Gefühle

Der Sinn der Benzinanzeige ist es, anzuzeigen, wie voll oder leer der Tank ist. Und nicht, immer voll anzuzeigen, um mir das Tanken zu ersparen. Wer möchte schon eine Benzinanzeige, die immer voll anzeigt, auch dann wenn der Tank bald leer ist?

Die Unterteilung in gute und schlechte Gefühle hängt von der Perspektive ab, mit der wir den Sinn unserer Befindlichkeit betrachten. Eine volle Tankanzeige ist ein „gutes“ Gefühl, und eine Tankanzeige, die langsam anzeigt, dass der Tank bald leer ist, scheint ein „schlechtes“ Gefühl zu sein.

Bei den Gefühlen ist Freude das „grüne“ Lämpchen. Alles geht gut. Ich glaube, da sind sich die meisten einig. Die häufigsten „roten“ Lämpchen, also „schlechte“ Gefühle, sind vermutlich Angst, Ohnmacht, Einsamkeit, Trauer…

Ich glaube, dass es völlig normal ist, gerne immer im grünen Bereich zu sein. Mir jedenfalls geht es toll, wenn alle Lämpchen auf grün sind. Dann finde ich, dass ich ein Glückspilz bin.

Unglaublich ist ja eigentlich, dass, wenn alle Lämpchen grün sind und ich nichts an meinem Umfeld ändere, diese Anzeigen ohne mein Zutun, langsam ins Rot wechseln würden. Obwohl sich nichts verändert hat. Wir gewöhnen uns langsam an den Zustand. Der Körper, die Psyche, die Seele mögen wohl Bewegung. Bewegung heisst lebendig sein. Und lebendig sein birgt die Risiken von rötlichen Lämpchen.

Unsere Gefühle sind eine ausgeklügelte Anzeige, wie es uns geht. Es macht mich nicht glücklich, wenn ich rot sehe. Aber ich bin unglaublich froh, dass ich es sehe.

Die „schlechten“ Gefühle retten mein Glück. Sie sind da, um mir das schönste Leben zu ermöglichen.

Darüber bin ich sehr dankbar.

Herzlich, François